Europapolitische Videokonferenz der Frauen Union Nordrhein-Westfalen mit Sabine Verheyen

27.01.2021

Sabine Verheyen, Mitglied im Europäisches Parlament, stand in einer europapolitischen Videokonferenz Rede und Antwort.

„Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde die Hoffnung für viele. Sie ist heute die Notwendigkeit für alle“, sagte Konrad Adenauer. 27 Mitgliedstaaten zusammen zu  halten und zusammen zu führen: Das ist, wie wir alle es am Austritts Großbritannien aus der Europäischen Union erlebt haben, nicht einfach. Aber: Es lohnt sich. Denn nur ein starkes, ein geeintes und ein zusammenhaltendes Europa sichert Wohlstand und Beeschäftigung für alle.
Sabine Verheyen, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäisiches Parlament, war in einer europapolitischen Videokonferenz der Frauen Union Nordrhein-Westfalen zu Gast und stand Rede und Antwort.
Der „Brexit“: Ja, er bewegt. Nach 47 Jahren hat Großbritannien zum 31. Dezember 2020 die Europäische Union verlassen. Vielfältige Wirtschaftsbeziehungen, Studierende, die über das ERASMUS-Programm am Studierendenaustausch teilgenommen haben, historische und persönliche Beziehungen verbinden die Nordrhein-Westfalen und die „Insel“.
Was bedeutet der „Brexit“ für Menschen und Wirtschaft? Wie geht es mit Schottland weiter? Was bedeutet das Abkommen für Irland und Nord-Irland. Kann es einen Weg zurück geben? Vielfältige Fragestellungen, die sich an Sabine Verheyen MdEP richteten.
„Ich bedauere zutiefst, dass das Vereinigte Königreich sich dafür entschieden hat, sich nicht länger am Programm Erasmus+ zu beteiligen,“ so Sabine Verheyen MdEP. „Meiner Meinung nach ist dies ein Verlust für beide Seiten, da den Menschen und Organisationen in der Union und im Vereinigten Königreich lebensverändernde Chancen durch die diversen Austausch- und Kooperationsprojekte, welches das Programm ERASMUS+ bietet, nun vorenthalten werden. Das Europäische Parlament hat das Vereinigte Königreich nachdrücklich aufgefordert, die in der Gemeinsamen Erklärung über die Teilnahme an Programmen der Union vorgesehene Bedenkzeit zu nutzen, um seine Position hier noch einmal zu überdenken. Auch die Teilnahme des Vereinigten Königreichs am Programm Horizont Europa sehe ich in diesem Zusammenhang kritisch, da Bildung und Forschung beide integ-rale Bestandteile der akademischen Zusammenarbeit sind und Synergien zwischen Horizont Europa und Erasmus+ sind eine Schlüsseldimension der neuen Programmgeneration sind. Wir müssen die Situation genau beobachten um sicherzustellen, dass der differenzierte Ansatz für die Teilnahme des Vereinigten Königreichs an den beiden akademischen Kooperationsprogrammen der Union deren Wirksamkeit oder die Ergebnisse der bisherigen Zusammenarbeit nicht untergräbt. 
Im Anschluss daran richtete sich der Blick der europapolitischen Videokonferenz der Frauen Union Nordrhein-Westfalen auf den „Aktionsplan digitale Bildung 2021 – 2027“ der Europäischen Kommis-sion: „Der digitale Wandel ist eine der Prioritäten der Europäischen Union. Im aktualisierten Akti-onsplan digitale Bildung werden die aus der Pandemie gewonnenen Erkenntnisse aufgegriffen und eine Langzeitvision für den digitalen Wandel in der allgemeinen und beruflichen Bildung in der EU geschaffen. Die zwei strategischen Prioritäten des Plans sind: 1. die Verwendung digitaler Techno-logien im Bildungssektor („A high-performing digital education ecosystem“), sowie 2. die Ausbil-dung der dafür benötigten Kompetenzen („Digital skills and competences for the digital age“). Ziele dieser langfristig angelegten Prioritäten sind u.a. die Verbesserung der digitalen Infrastruktur im Bildungsbereich, eine höhere Qualität der Lernressourcen beim Online-Lernen, eine Steigerung der Effizienz der Lernprozesse sowie die bessere Nachweisbarkeit von Lernergebnissen. “, so Sabine Verheyen MdEP, die als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung den „Aktionsplan digi-tale Bildung 2021 – 2027“ vorantreibt.
Im Rahmen des „Aktionsplanes digitale Bildung 2021 – 2027“ will die Europäische Kommission bei-spielsweise bis Ende 2021 einen Vorschlag einer Empfehlung des Rates zum Online- und Fernunter-richt für die Primar- und Sekundarbildung auf Grundlage der Erfahrungen aus der COVID-19-Krise ergreifen. Darüber hinaus soll ein europäischer Rahmen für digitale Bildungsinhalte entwickelt wer-den, der auf der kulturellen und kreativen Vielfalt Europas aufbaut und Leitprinzipien für bestimm-te Bildungsbereiche enthält.
Sabine Verheyen MdEP sprach sich im Rahmen der europapolitischen Videokonferenz dafür aus, die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung nachhaltig zu stärken: „Digitale Kompetenzen sind im Alltag unerlässlich geworden: Fundiertes Wissen über digitale Informationen, einschließlich personenbezogene Daten, ist für eine zunehmend von Algorithmen beeinflusste Welt von entscheidender Bedeutung. Die Bildung sollte den Lernenden aktiver dabei helfen, die Fähigkeit, Informationen kritisch zu betrachten, zu filtern und zu bewerten, insbesondere um Desinformation erkennen und das Überangebot an Informationen bewältigen zu können, sowie ein Grundwissen über Finanzthemen zu entwickeln. Die Förderung digitaler Kompetenzen auf allen Ebenen trägt zu steigendem Wachstum und mehr Innovation sowie zum Aufbau einer gerechteren, kohäsiveren, nachhaltigeren und inklusiveren Gesellschaft bei. Durch den Erwerb digitaler Kompetenzen bekommen Menschen aller Altersgruppen die Möglichkeit, ihre Resilienz zu stärken, sich mehr am demokratischen Leben zu beteiligen und im Internet sicher und geschützt zu bleiben. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen an Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Europa wird für die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung sein.“
Der „Aktionsplan digitale Bildung 2021 – 2027“ der Europäischen Kommission umfasst insgesamt 14 Maßnahmevorschläge, um das Bildungswesen für das digitale Zeitalter neu aufzustellen. Der zuständige Ausschuss für Kultur und Bildung befasst sich nun im Rahmen von Initiativberichten mit dem Aktionsplan digitale Bildung und dem Europäischer Bildungsraum. Die Arbeit an der Parlamentsposition wird ca. 6 Monate dauern.

Sie möchten mehr über den „Aktionsplan digitale Bildung 2021 – 2027“ der Europäischen Kommission erfahren. Hier geht es zum Dokument:
https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2020/0601-0700/627-20.pdf?__blob=publicationFile&v=1